20 Fragen zu Homers Odyssee: Kyklop, Kirke, Kalypso, Unterwelt und die Abrechnung auf Ithaka.

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Die Odyssee ist die Geschichte eines Mannes, der nach Hause will, und knapp dreitausend Jahre später hat sie niemand besser erzählt. Entstanden im 8. Jahrhundert v. Chr. und Homer zugeschrieben, folgt sie in 24 Gesängen Odysseus, dem König von Ithaka, durch zehn Jahre Irrfahrt nach dem Fall von Troja. Er ist nicht der stärkste Held der griechischen Literatur und nicht der mutigste. Er ist der listigste — und das ganze Epos führt vor, dass Klugheit die rohe Gewalt überdauert.
Lebendig geblieben ist es, weil es so eigenartig konkret ist. Ein einäugiger Riesenhirte, besiegt durch ein Wortspiel mit Niemand. Eine Zauberin auf Aiaia, die Männer in Schweine verwandelt. Sieben Jahre festgehalten von der Nymphe Kalypso, die ihm Unsterblichkeit anbietet und ein Nein bekommt. Ein Abstieg ins Totenreich, um den Schatten des Sehers Teiresias zu befragen. Eine Wahl zwischen einem sechsköpfigen Ungeheuer und einem Strudel, ohne gute Möglichkeit. Und am Ende ein alter Hund auf dem Misthaufen, der seinen Herrn nach zwanzig Jahren erkennt und stirbt.
Die Heimkehr ist noch seltsamer. Odysseus betritt als Bettler verkleidet den eigenen Palast, wird von den Freiern seiner Frau beschimpft, und erkannt wird er zuerst nicht von Penelope, sondern von seiner Amme, an einer Narbe. Der Bogen, den nur er spannen kann, entscheidet alles. Von James Joyce bis ins heutige Kino ist die Form dieser Reise noch immer die Form, die wir jedem langen Heimweg geben.