Griechisch, nordisch, ägyptisch — die Mythen, die Zivilisationen formten.
1 QuizzeMythologie ist der erste Versuch der Menschheit, alles zu erklären — woher die Welt kommt, warum die Jahreszeiten wechseln, was nach dem Tod geschieht und wie Götter und Sterbliche ein Universum teilen. Lange vor Philosophie und Wissenschaft erzählten Kulturen weltweit Geschichten, um dem Unerklärlichen Sinn zu geben, und diese Geschichten hallen noch in unserer Sprache, Literatur und unserem Kino nach. Allein die griechische Mythologie gab uns Atlanten, Ödipuskomplexe, Narzissten, herkulische Anstrengungen und Odysseen.
Jede Tradition hat ihre eigene Architektur. Die griechischen und römischen Pantheons kreisen um den Olymp, Zeus, Athena und die tragischen Helden der Ilias und Odyssee. Die nordische Mythologie ist düsterer und fatalistischer — Odin, Thor, Loki und das vorhergesagte Ragnarök, in dem sogar die Götter sterben müssen. Die ägyptische Mythologie ist vom Jenseits besessen, wiegt Seelen gegen die Feder der Ma'at und schickt Ra jede Nacht durch die Unterwelt. Weiter östlich umfasst die hinduistische Mythologie Tausende von Gottheiten.
Diese Geschichten prägten die westliche und östliche Zivilisation gleichermaßen — Dante schrieb das Jenseits durch christliche und klassische Quellen neu, Shakespeare lieh bei Plutarch, Marvel verwandelte Asgard in ein Blockbuster-Franchise. Mythologie zu verstehen heißt, die tiefe Grammatik unseres Erzählens zu verstehen.