20 Fragen zu Homers Ilias und dem Trojanischen Krieg: goldener Apfel, Zorn des Achilleus, Hektor und Priamos' Lösegeld.

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Die Ilias ist das älteste erhaltene Werk der europäischen Literatur — und nicht die Geschichte, die die meisten erwarten. Entstanden im 8. Jahrhundert v. Chr. und Homer zugeschrieben, umfasst sie in 24 Gesängen kaum fünfzig Tage eines Krieges, der zehn Jahre dauerte. Das hölzerne Pferd kommt nicht vor. Achilleus stirbt nicht darin. Troja fällt nicht darin. Was darin steht, ist eine Auseinandersetzung über Zorn, Ehre und das, was Menschen einander schulden.
Sie beginnt mit einem Streit um eine Gefangene, Briseis, und mit dem Rückzug des besten Kämpfers im griechischen Heer. Agamemnon hat die Befehlsgewalt, Achilleus das Können, keiner gibt nach, und einfache Soldaten sterben dafür. Die Wende kommt, als Patroklos Achilleus' Rüstung leiht, von Hektor getötet wird und Trauer den Schmollzorn in ein Gemetzel verwandelt. Achilleus tötet Hektor unter den Mauern und schleift den Leichnam zwölf Tage lang hinter seinem Wagen her.
Dann tut das Epos etwas, womit niemand rechnet. Priamos, der greise König von Troja, überquert nachts die feindlichen Linien, betritt das Zelt des Mannes, der seinen Sohn getötet hat, und küsst ihm die Hände. Sie weinen gemeinsam — der eine um einen Vater, der andere um einen Sohn — und Achilleus gibt den Leichnam heraus. Die Ilias endet nicht im Triumph, sondern bei einer Bestattung, und ihr letztes Wort für Hektor lautet schlicht «Rossebändiger».