15 anspruchsvolle Fragen zur Renaissance — Leonardo, Michelangelo, die Medici, Galilei, Gutenberg und die Wiedergeburt der europäischen Kultur.

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Die Renaissance war ein gewaltiges kulturelles Erwachen, das Europa zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert verwandelte. Sie nahm in den Stadtstaaten Norditaliens ihren Anfang und strahlte von dort über den ganzen Kontinent aus. Aus der erneuerten Faszination für die klassische Antike geboren, feierte sie die Würde des Einzelnen, die Präzision der Wissenschaft und die Schönheit der natürlichen Welt. Florenz stand in ihrem Zentrum: Bankiers-Fürsten wie die Medici ließen ihr Vermögen in Kapellen, Bibliotheken und Werkstätten fließen. Aus dieser einen Stadt gingen Leonardo da Vinci, Michelangelo, Botticelli und Brunelleschi hervor, deren Werke bis heute unser Bild vom künstlerischen Genie prägen.
Die Leistungen dieser Epoche wirken in ihrer Größe fast unmöglich. Brunelleschis mächtige Kuppel krönt 1436 den Florentiner Dom. Michelangelos David erhebt sich zwischen 1501 und 1504 aus einem einzigen Marmorblock. Leonardos Mona Lisa und das Abendmahl verändern, was Malerei sein kann. In Rom versammelt Raffael im Vatikan die Philosophen der Schule von Athen, während in Mainz die von Johannes Gutenberg um vervollkommnete bewegliche Drucktypentechnik das Wissen schneller reisen lässt als seine Zensoren. Als seine heliozentrische Theorie veröffentlicht und sein Fernrohr auf Jupiter richtet, bricht das mittelalterliche Weltbild endgültig auf.
Die Renaissance ist zugleich eine Geschichte von Umbrüchen: der Fall von Konstantinopel 1453, der Sacco di Roma 1527, die Reformation, die das Christentum spaltete. Doch durch Pest, Krieg und Exil hindurch hat diese Bewegung dem Westen sein Vokabular von Perspektive, Anatomie, Humanismus und Vernunft hinterlassen. Sie zu erkunden, heißt, durch Werkstätten in Venedig, Höfe in Urbino und Druckereien in Antwerpen zu wandern — und den Moment zu erahnen, in dem das moderne Denken begann, sich selbst zu denken.