Der Roman ist die flexibelste und ambitionierteste Kunstform der letzten drei Jahrhunderte — eine Maschine zur Simulation von Bewusstsein, zur Verdichtung von Jahrhunderten und zur Verleihung einer Stimme an das Schweigen. Von Cervantes' Don Quijote (1605), oft als erster moderner Roman bezeichnet, bis zu García Márquez' *Hundert Jahre Einsamkeit* hat sich die Form ständig neu erfunden. In seinen besten Momenten ist ein Roman nicht nur eine Geschichte, sondern ein Argument darüber, wie sich ein menschliches Leben von innen anfühlt.
Jeder große Romancier verfeinert die Möglichkeiten der Form. Tolstoi zeichnet in *Krieg und Frieden* das Leben Hunderter Figuren durch das napoleonische Europa und argumentiert zugleich, dass Geschichte von niemandem und von allen gemacht wird. Virginia Woolf verdichtet in *Mrs Dalloway* einen einzigen Londoner Tag zur Meditation über Erinnerung und Sterblichkeit. Dostojewski inszeniert in *Die Brüder Karamasow* den Streit zwischen Glauben und Vernunft als Familiendrama. Toni Morrison konfrontiert in *Menschenkind* das unaussprechliche Erbe der amerikanischen Sklaverei.
Diese Unterkategorie umfasst die großen Romane und Romanciers der Weltliteratur — klassisch und modern, kanonisch und Kult, übersetzt und unübersetzbar. Vom Realismus des 19. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Autofiktion, von Nobelpreisträgern bis zu Genrepionieren — hier erkundest du das Leben der Autoren, die Architektur ihrer berühmtesten Bücher und die Ideen, die Literatur lebendig halten.